Flexible Telemedizin für Sie
Die Telemedizin ermöglicht, unter Einsatz audiovisueller Kommunikationstechniken, trotz räumlicher Trennung Diagnostik, Konsultation, Monitoring und medizinische Notfalldienste anzubieten. Sie können den Arzt oder die Ärztin per Videotelefonie mit Ihrem Tablet, Laptop oder Smartphone kontaktieren. Sie übermitteln notwendige Informationen, schildern zum Beispiel die Beschwerden und Symptome oder schicken vorab Befunde (Röntgenbilder, Laborwerte, Lungenfunktion, Allergietest etc.). Auf dieser Grundlage gibt der Arzt oder die Ärztin eine Einschätzung ab und empfiehlt die weiteren Schritte oder gibt Ihnen - auf Wunsch - eine Zweitmeinung zur bisherigen Empfehlung. Videosprechstunden sind nur für eine Beratung geeignet, bei der eine körperliche Untersuchung nicht zwingend notwendig ist. Sie werden beispielsweise häufig genutzt, um den Verlauf einer bereits diagnostizierten Krankheit und die Therapie zu besprechen. Auch für den Bereich der chronischen Infektionen und immunologischen Erkrankungen können sie eine gute Alternative sein.
Telediagnostik: Fachgerechte Ferndiagnose
Mit Telediagnostik ist eine ärztliche Diagnose auf Entfernung gemeint. Möglich ist das zum Beispiel bei Allergien und Exanthemen (Hautausschlägen), in der sogenannten Teleallergologie. So lassen sich etwa akute und chronische Exantheme recht gut aus der Ferne beurteilen. Auch interdisziplinär kommt die Telediagnostik zum Einsatz – etwa während einer Operation, wenn Verdacht auf bösartige Tumorzellen besteht (Telepathologie). Das Operationsteam präpariert dann das zu untersuchende Gewebe, während erfahrene Fachleute aus der Pathologie digital zugeschaltet sind. Diese müssen sich also nicht im selben Krankenhaus aufhalten und können trotzdem noch während der laufenden OP eine Einschätzung zum Gewebe abgeben.
Teletherapie: Was ist eine telemedizinische Behandlung?
Eine weitere Möglichkeit ist die Teletherapie beziehungsweise therapeutische Begleitung. Das Konzept eignet sich zum Beispiel für die Nachsorge von stationären Aufenthalten oder ambulanten Vorstellungen bei z.B. Asthma bronchiale oder allergologischen Erkrankungen.
Nicht verwechseln: Als Teletherapie bezeichnen Fachleute auch bestimmte Formen der Strahlentherapie bei Tumorerkrankungen. Die Vorsilbe „tele-“ (griechisch: fern) bezieht sich hier darauf, dass die Strahlenquelle sich räumlich entfernt vom Tumor befindet.
Ist Telemedizin die Zukunft?
Telemedizin ist ein sehr vielfältiges Feld, das viele Wege verkürzen, Diagnoseschritte erleichtern und Entscheidungen beschleunigen kann. In Ländern wie den USA und Kanada ist sie schon seit vielen Jahren flächendeckend etabliert und hat sich aus gesundheitlicher, aber auch ökonomischer Sicht als überaus nützlich erwiesen. So ließen sich durch Videosprechstunden und elektronische Rezepte in den USA bereits Kosten in Milliardenhöhe einsparen.
Dennoch hat die Telemedizin einige Nachteile und Einschränkungen: Sie reicht nicht mehr aus, sobald eine körperliche Untersuchung oder weiterführende Diagnostik notwendig ist. So kann per Videosprechstunde der Arzt oder die Ärztin lediglich eine erste Einschätzung geben, ob eine Hautveränderung nach einer Schuppenflechte aussieht. Generell ist jede medizinische Fachperson bei der Diagnostik eingeschränkt, wenn sie nicht alle fünf Sinne nutzen kann.
Telediagnostik und Teletherapie stoßen auch an anderer Stelle an ihre Grenzen. Zum Beispiel wenn die Verbindung durch eine reduzierte Bandbreite bei der Datenübertragung leidet. Besonders ältere Menschen haben zudem oft Schwierigkeiten, mit der Technik richtig umzugehen.
